Wo bin ich? Ich bewege mich nach vorne, um mich herum eine undurchdringliche Dunkelheit. Ich sehe nichts mit den Augen, aber ich atme die Umgebung mit jeder Pore meines Körpers ein und aus. Wir sind eins. Ich bin ein Teil dieser Welt, die mich nicht will, mich abstößt und gleichzeitig einsaugt. Die morsche glitschige Oberfläche erregt in mir ein Gefühl der tiefsten und sogleich befreienden Hoffnungslosigkeit. Es wäre so leicht jetzt zu entspannen,nur für einen flüchtigen Moment zu verharren und ich bin ein Teil des Ganzen. Ein Schritt, der die Last des Lebens trägt, erst angesetzt und es scheint unmöglich zu sein durch den Dickicht der Sphäre zu kommen, der Notwendigkeit zu Atmen und dem Widerwillen dies zu tun, zu entkommen. Eine scheusslich süße Note der Verwesung. Ich denke nichts. Ich will nichts. Ich bin nichts. Der Boden klebt an mir, läßt mich nicht frei. Diese schmierige schleimige Oberfläche wölbt sich, eine Welle die mich umgibt lebt ihren eigenen Tod. Ich gebe mich nicht frei. Eine trotzige Verbissenheit hilft mir den baren Fuß wieder aufzustellen. Jetzt erst merke ich wie sich die Struktur des Boden ändert. Es sind Ketten, die sich an meinem Fußrücken formen. Tausende von Händen, die sich meines nackten Körpers mächtig machen wollen. Klebrige Weben undefinierbarer Natur verhindern jede Bewegung. „Ich hätte Absätze tragen sollen!“ der erste Gedankenblitz im unendlichen Nichts. Triumph. Ich bin wieder da. Von einer bedingungslosen Lebenslust erfasst gehe ich zurück zu mir. Es sind keine Schritte. GEfühlte Milliarden von Sequenzen, unzählige Momentaufnahmen eines Schritts und jede einzelne – ein Kampf. Eine Recke, die das Licht des Lebens in sich trägt, kriecht ihren heroischen Weg. „Es darf auch sein, was nicht sein kann.“- erinnere ich mich meiner rebellischen Lieblingsdevise. Also Kommunikation ist wohl alles, ein Versuch ist es wert.“Lasst los, ich bin nicht lecker!!! Loslassen, hab ich gesagt. Dafür könnt ihr all meine Ängste haben. Abgemacht?“ Stille. Es dauert wohl länger ohne einen Hauptsitz der Gedanken. „Ich gehe, also bin ich!“ „Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und doch weiß ich das!“ Wie lange denn noch, entscheide endlich kollektives Unbewusstes, ob Du mit mir reden willst. Ich bin nicht zum spielen hier! „Mögen sie zu spielen?“ zischte es in meinem Kopf. „Nur so, dass der Einsatz nicht zu hoch ist und es am besten keine Verlierer gibt.“ antworte ich und versuche diplomatisch zu sein und gleichzeitig meine Gedanken zu kontrollieren, da ich jetzt weiß, dass ich telepathisch ausgehorcht werde. Es ist eine Qual, denn mir kommen Beispiele solch leidenschaftlicher Spiele mit der Lust, typisch und wie immer mehr als unpassend. Bitte nicht hier, flehe ich mich an. „ Wo denn dann, wenn nicht hier? Im Himmel gibt es andere Spielregeln. Leg los. -nehme ich eine Aufmunterung wahr und der Sog des schwarzen fleischigen Lochs des Unterbewussten läßt nur eine Klitzekleinigkeit nach “ Ich umarme die ganze Welt mit meinen Flügeln…ich fliege… ich kann… ich denke… ich denke nicht an den rosa Elefanten… ich bin ein grüner Frosch ..Stopp!!! Nicht schon wieder das Gleiche. Denk an die Kraft der Gedanken. Verdammte Seminare. Wo ist das gute Wissen, wenn frau es braucht. Also noch mal von vorne. Was habe ich im Angebot? Welche meiner Ängste könnte ich als lukrativ verkaufen? Es ist definitiv nicht mein Tag, ich bin doch nicht etwa zu mutig?“ frage ich mich und schaudere über diese Option. Nein, nein, schaut ich fürchte mich vor dem Mut und gleichzeitig vor der Furcht. Es sind doch tolle und individuelle Ängste, oder? Mensch, normale Menschen würden erst feilschen und mit etwas einfachem anfangen, wie der Angst vor den Insekten oder Reptilien, vor der Höhe oder dem Tod. Warum muss ich immer so hoch pockern? Schnauze! Ich bin gut, so wie ich bin. Ich liebe meine Individualität. So hier ganz günstig und fast umsonst, nur ein Augenblick von Leben wert, eine ganz besondere Angst. Die Angst so wie all die anderen zu sein. Was bieten Sie dafür verehrte schmierige Hände? Ich habe Jahrzehnte an dieser Angst gefeilt, sie gefüttert und gedeihen lassen. Sie hat mir liebevoll die Hände geleckt und sogar mehrmals geworfen. Sie hat mir Ihre Babies anvertraut. Die kleinen süßen Ängste, wie ersetzbar, nicht perfekt und nicht genug zu sein. Ich übergebe es in Eure guten Hände, wenn sie mich lassen. “ Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit, als ein ungeübter Körper.“sagte mal Shaw und behilt heute recht damit. Ich hätte früher damit anfangen sollen, meine Gedanken zu beherrschen. Jetzt ist es eine an Idiotie grenzende Improvisation. Ein billiger Versuch eine kostbare ängstliche Seele zu verkaufen. Achtung, kein Selbstzerfleischen an der Tagesordnung, nur Selbstreklame bitte… Du willst doch hier raus, oder? Zum dritten also eine weitere erwachsene Angst, die völlig zu versagen. Keine zweite Chance zu haben etwas falsches zu berichtigen, mißratenes wiedergutzumachen, krummes geradezubiegen, schlichtweg Fehler zu machen. Es sind alles meine Schöpfungen. Ich habe diese schillernden Ängste erschaffen. Sind sie mir nicht gut gelungen? Und ja absolut, ich will hier raus, ich will zu ihm, in seine warmen Hände. Bei ihm lebe ich, bei ihm bin ich ganz. In ihm lebe ich weiter, auch wenn ich nicht mehr bin. Und er in mir . Es lebt ein Teil von ihm in mir. Er küsst meinen noch schlafenden Mund und es flammt jede Faser meines Körpers auf. Ich bin ihm schonungslos, bedingungslos und gänzlich ausgeliefert. Ich fühle mich angekommen.Männer, fürchtet eine intelligente Frau nicht, wenn sie sich verliebt, wird sie so unwahrscheinlich blond. Es lebe der Stockholm-Syndrom! Ich will zu ihm. Ich habe es mir versprochen, dass ich meiner Liebe die Tür offen halte. Ich kann ja auch unvergleichlich talentiert lieben. Also nehmt meine letzten Ängste: Die aufrichtig zu lieben und ganz besonders sich lieben zu lassen.“Glück: der Zustand des still lachenden Eins-Seins mit derWelt.“H. Hesse
06.2017. Kristina N.
Alte Gedanken passend zum neuen Leben.
Vielleicht bringt es euch Suchenden auch eine verlässliche Botschaft mit.